Die Opfer des Exportweltmeisters Sneaker Low schwarz Low schwarz Low schwarz schwarz Low Sneaker Sneaker Sneaker Sneaker Low Low schwarz -Low Sneaker Sneaker schwarz schwarz Sneaker Low Sneaker schwarz Low Sneaker Low Low Low schwarz schwarz Wie Deutschland Arbeitslosigkeit in Europa produziert

Deutschland ist nicht ohne Grund als "oberlehrerhaft" verschrien. Gerne erklären wir dem Rest der Welt, dass er sich an Verträge zu halten hat. Dabei ist gerade Deutschland ein "Weltmeister" im Regel-Brechen. Statt, wie bei der Einführung des Euro vereinbart, für stabiles Lohnwachstum und Inflation entsprechend der Produktivitätsentwicklung zu sorgen, spart und geizt Deutschland, wo es nur geht. Die Folge: deutsche Produkte sind gut - und vor allem preiswert. Ausländische Anbieter, wie französische Autozulieferer setzt das noch mehr unter Druck. Niedrige Mindestlöhne und zu geringe staatliche Investitionen hierzulande kosten dort Arbeitsplätze. Die Zeche zahlen deutsche Niedriglöhner und ein wachsendes Arbeitslosenheer in anderen EU-Ländern. 

Anmoderation: "Die Deutschen sind sehr böse!" US-Präsident Trump regt sich seit Monaten darüber auf, dass Deutschland mehr Waren in die USA exportiert als von dort einführt. Seine Wut dürfte diese Woche noch größer geworden sein, denn nun kommt heraus: Deutschland wird auch 2018 wieder und mit großem Abstand Exportweltmeister.

Laut Prognose landet Deutschland mit einem gewaltigen Leistungsbilanzüberschuss von 264 Milliarden Euro mit großem Abstand vor Japan. Die Leistungsbilanz der USA dagegen wird ein enormes Defizit von geschätzten 371 Milliarden Euro aufweisen.

Anmoderation: Nicht nur Trump ist deshalb stinksauer, auch bei unseren europäischen Nachbarn ist die Wut groß. Und selbst hierzulande gibt es Leidtragende unserer Exportpolitik. Susanne Katharina Opalka, Ursel Sieber und Jonas Wahmkow zeigen, wer am Ende den Preis dafür zahlt.

Das ist Daniel Grüneke aus Norddeutschland, Industriemechaniker und Leiharbeiter. Für seine Arbeit bekommt er einen niedrigen Lohn – so wie gut jeder fünfte Beschäftigte hierzulande.

Daniel Grüneke

"Ich möchte ja nicht reich werden, ich möchte nur gut und vernünftig leben, mit einer Absicherung und einer Perspektive für meinen Jungen".

Das ist Patrice Betuzzi aus Frankreich, auch Industriemechaniker und: arbeitslos. So wie rund 2,5 Millionen Franzosen. Er und seine Kollegen erregten Aufsehen, als sie vor einem Jahr drohten, ihre Fabrik in die Luft zu sprengen – falls sie geschlossen werden sollte.

Patrice Betuzzi

"Der Kampf hat uns zusammen geschweißt. Entlassen zu werden, hierher zurückzukommen, ist schwer für mich. Hier läuft nicht mehr viel. Früher fuhren die LKWs nacheinander rein und raus."

Beide: der arbeitslose Patrice Betuzzi aus Frankreich und der Deutsche Daniel Grüneke mit seinem schmalen Lohn sind Opfer der deutschen Wirtschaftspolitik: Der deutsche Niedriglohn macht unsere Produkte günstig – auch deshalb lassen sie sich weltweit bestens verkaufen. Und so sind WIR jedes Jahr Exportweltmeister

Tagesschau

"Waren aus Deutschland sind im Ausland gefragt wie nie zuvor."

"Überschuss in der Handelsbilanz."

"Deutschland führt seit Jahren mehr aus als es einführt".

Und genau das ist das Problem: weil Deutschland weit mehr exportiert als es im Ausland einkauft, entsteht der sogenannte Leistungsbilanzüberschuss: 287 Milliarden Euro betrug er im letzten Jahr, der größte der Welt.

Mit diesem gigantischen Überschuss gefährde Deutschland die Stabilität der gesamten Weltwirtschaft, so die scharfe Kritik der Chefin des Internationalen Währungsfonds.

Der Konjunkturforscher Prof. Horn vom gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie geht noch weiter: Deutschland ruiniere die Industrie unserer europäischen Nachbarn.

Prof. Gustav Horn, Konjunkturforscher, Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung

"Der deutsche Export, so wie er ist, hat sicherlich seinen Preis dahin gehend gehabt, dass in anderen Ländern zu viele Industrien pleite gegangen sind oder weniger produziert haben, als sie eigentlich könnten. Und dadurch eben auch Arbeitslosigkeit entstanden ist. Die gesamte Strategie, die Deutschland gefahren ist, ging zu einem großen Teil zu Lasten anderer".

Das belegen diese Zahlen: Deutschland hat seine Industrieproduktion seit Anfang 2000 immens gesteigert  –  weil immer mehr exportiert wird.

Ganz anders zum Beispiel Frankreich:  Da ging die Industrieproduktion erheblich zurück – mittlerweile um fast die Hälfte.

Low Low schwarz Low Sneaker Low schwarz Sneaker Sneaker schwarz schwarz Low Sneaker schwarz Low Sneaker Patrice Betuzzi hat diesen Prozess schmerzhaft erleben müssen:

Trotz spektakulärer Protest-Aktionen wurde auch sein Werk, ein Zulieferer für die Autoindustrie, weitgehend abgewickelt. Den Standort gibt es noch, aber zwei Drittel der Beschäftigten sind entlassen und suchen eine neue Stelle.

Arbeiter

"Wir sind nicht die einzige Fabrik, die zumacht. Es gibt so viele Schließungen von Fabriken. Und der Staat schaut zu."

"Ich suche immer noch Arbeit, ich sehe schwarz für die Zukunft."

"In Deutschland arbeiten die Leute offenbar für nichts. Ich glaube, darum baut Deutschland seine Industrie aus."

Und Frankreich hat dabei das Nachsehen: Selbst bei traditionell französischen Produkten wie Schuhen oder Käse, exportiert Deutschland mehr als Frankreich - weil der deutsche Exportweltmeister gegen Frankreich seit Jahren Foul spielt.

Angefangen mit dem Foul-Spiel hat Gerhard Schröder mit der Einführung von Hartz-IV, Leiharbeit und befristeter Beschäftigung.

Für fast die Hälfte der Beschäftigten sanken seitdem die Reallöhne. Und: Der Niedriglohnsektor wuchs so stark wie in keinem anderen Euro-Land auf gut 20 Prozent aller Arbeitnehmer.

Damit verstößt Deutschland gegen eine Regel, zu der sich die Euro-Länder bei der Einführung der gemeinsamen Währung verpflichtet hatten: Jedes Land sollte dafür Sorge tragen, dass die Löhne entsprechend der Produktivität steigen. Aber Deutschland verschaffte sich einen unlauteren Vorteil: Die Lohnentwicklung blieb unterhalb der Zielvorgaben der EU.

Frankreich dagegen hielt sich fast immer an die Regeln der gemeinsamen Währung, und erhöhte die Löhne entsprechend.

Sneaker schwarz Low Low schwarz Low schwarz Low schwarz Sneaker Sneaker Low Sneaker schwarz Sneaker Low Ein krasser Lohnunterschied bis heute.

Das macht französische Waren teuer – die deutschen vergleichsweise günstig. So wuchs bei uns mit dem Export die Beschäftigung – in Frankreich stieg die Arbeitslosigkeit.

Genauso erging es einem anderen europäischen Nachbarn: Italien, das zweitgrößte Industrieland Europas, ist auch auf der Verliererseite.

Prof. Gustav Horn, Konjunkturforscher, Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung

"Bei der Lohnentwicklung, die wir hatten, war die deutsche Maschine zu billig im Vergleich zur italienischen oder auch französischen Maschine. Das Ergebnis war: die Amerikaner beispielsweise haben die deutschen Maschinen gekauft und italienische nicht. Und das hat natürlich Konsequenzen für das, was produziert wird in den einzelnen Ländern. In Deutschland wurde die Maschine produziert - in Italien nicht."

Wieviel Arbeitsplätze sind betroffen? Für Frankreich hat das in Paris der Leiter des staatlichen Instituts für Konjunkturforschung erstmals ausgerechnet: Rund 400.000, allein in Frankreich!

Xavier Ragot, Französisches Institut für Konjunkturforschung

"Nimmt man dieses Auseinanderdriften der Löhne, kann man berechnen, dass die deutsche Lohnzurückhaltung Frankreich Marktanteile gekostet hat, in einer Größenordnung von 400.000 Arbeitsplätzen. Ein solcher Überschuss ist auf die Dauer nicht hinnehmbar. "

Doch Kritik prallt an der Kanzlerin seit Jahren ab: US-Präsident Obama hat auf sie eingeredet, genauso der Franzose Hollande, der Italiener Renzi, die IWF-Chefin Lagarde – jetzt droht Präsident Trump Deutschland - mit Strafzöllen, auch auf deutsche Autos

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"Es geht nicht, dass wir ein Handelsbilanzdefizit von 151 Milliarden Dollar haben. Wir werden das zurückdrehen, wir werden dafür sorgen, dass die Situation wieder fair wird."

"There is no way that we should have a trade deficit of 151 Billion Dollars. So we are going to make it reciprocal, we are going to make it a much more fair situation"

Selbst der an sich freundlich gesinnte französische Präsident wies Angela Merkel zurecht.

Emmanuel Macron

"Wir können in Deutschland keinen ständigen Fetischismus für Haushalts- und Handelsüberschüsse haben – die gehen nämlich immer auf Kosten anderer"

Die Rechnung haben schon Patrice Betuzzi und seine Kollegen bezahlt. Sie trainieren nun, Bewerbungen zu schreiben, für Arbeitsplätze, die es nicht mehr gibt.

Und die Rechnung bezahlen deutsche Arbeitnehmer wie der Industriemechaniker Daniel Grüneke - mit 12,50 € pro Stunde als Leiharbeiter.

Daniel Grüneke

 "Es ist ja umso zynischer, dass man diesen Exportboom im Prinzip produziert und nichts davon hat. Das ist ja der Irrsinn an der Geschichte".

Die EU-Kommission sucht nach Lösungen, die in Deutschland Arbeitsplätze sichern und mehr Wohlstand für alle bringen würden. Sie beauftragte Prof. Horn mit einer Studie.

Gustav Horn, Konjunkturforscher, Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung

"Das wesentliche Ergebnis ist, dass wir unsere mittlerweile gewaltigen Außenhandelsüberschüsse nur durch eine kombinierte Strategie vermindern können. Das ist eine Kombination aus deutlicheren Lohnsteigerungen und deutlich mehr staatlichen Investitionen, die zusammen genommen erst dazu führen, dass wir wesentlich mehr Importe haben und dadurch unseren Außenhandelsüberschuss merklich verringern können."

Denn staatliche Investitionen sorgen für neue Arbeitsplätze und die inländische Wirtschaft wird gezielt gestärkt. Davon hätten alle etwas: Schienenwege sind veraltet, Städte ersticken im Verkehr, Schulen verfallen, es fehlen Kita-Plätze, Lehrer, Erzieher, und und und ...

Jahrelang gab CDU-Finanzminister Schäuble den Obersparer der Nation und stand für die "Schwarze Null". Wer auf den neuen Finanzminister Olaf Scholz von der SPD gesetzt hatte, sieht sich enttäuscht: Auch er verkündet: Schwarze Null, bleibt schwarze Null.

Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister, 22.3.2018

"Ich habe auch überall in Europa gesagt: ein deutscher Finanzminister ist ein deutscher Finanzminister, egal welches Parteibuch er hat und ich glaube, die Botschaft ist gut angekommen".

Und so setzt Deutschland mit jedem Tag den Zusammenhalt der EU weiter aufs Spiel. 

Beitrag von Ursel Sieber, Susanne Opalka und Jonas Wahmkow

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